StandPUNKT! 9: Proteste, Demonstrationen, Mahnwache

StandPUNKT! 9

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Mit dem Einsetzen der Kohlekrise Ende der 1950er Jahre bangten die Bergleute der Schachtanlage Fürst-Leopold–Baldur um ihre heimischen Arbeitsplätze. Bis Ende 1966 wurden immer wieder Kumpel von dort auf andere Hoesch-Zechen versetzt.


Im Laufe der Jahre konnten weder die IG Bergbau, noch der RAG-Vorstand und erst recht nicht die Bergleute selbst die Kohlepolitik der Bundesregierung akzeptieren. Immer wieder führten politische Entscheidungen zu Protestaktionen.


Im Oktober 1987 demonstrierten fast 6.000 Bürgerinnen und Bürger unter dem Motto „Zukunft für die Kohle – Zukunft für die Stadt“. Die kämpferischen Worte der Redner – „Wir Bergleute sind keine geduldigen Schafe, die man zur Schlachtbank führen kann! Wir werden uns mit allen Kräften wehren!“ – wurden von starkem Beifall begleitet. Rundfunk und Fernsehen berichteten ausführlich.


Auch in den folgenden Jahren richtete sich die Wut der Bergleute immer wieder gegen die drohende Nichteinhaltung bestehender Kohleverträge. Tausende reisten in Sonderzügen und Bussen zu Protesten in Städte des Ruhrgebiets. Als im November 1996 eine Stellungnahme der Bundesregierung ausblieb, entzündeten die Bergleute am 8. November in Hervest-Dorsten ein Mahnfeuer.


Am Förderturm von Schacht I wehte eine schwarze Fahne. Das Mahnfeuer und die Mahnwache wurden zu einem Ort der Solidarität. Dort begegnete man auch der Ordensschwester der Ursulinen und Ehrengbürgerin unserer Stadt Tisa von der Schulenburg. Zigtausende Bürger bekundeten mit ihrer Unterschrift ihre Unterstützung für die Bergleute in dieser schweren Zeit.


Am 13. März 1997 erzielten die IGBE und der Bundeskanzler einen Kompromiss zur Schließung der Zechen. Nach 127 Tagen konnte das Mahnfeuer gelöscht werden. Zur Erinnerung an diese Zeit erinnert heute ein Gedenkstein mit einer von Mater Paula entworfenen Plastik am Eingang der Maschinenhalle.


Ein Bergmann präsentiert das letzte Hemd  •  Demonstrierende Bergleute  •  Gedenkstein mit der Tisa-Plastik