StandPUNKT! 8: Rohwaschkohlenstapelanlage

Vergleichmäßigungsanlage

StandPUNKT! 8

Tafel anklicken zum Vergrößern

Deutsch English Français Nederlands Polski

In den 1980er-Jahren verlangten die Abnehmer von Kohleprodukten zunehmend eine gleichbleibende Qualität. Die in verschiedenen Flözen abgebaute Rohkohle schwankte jedoch stark im Gehalt an Schwefel, Asche und Wasser. Für die Weiterverarbeitung war es entscheidend, dass die Kohle stets über konstante Eigenschaften verfügte. Deshalb entschloss man sich 1983 zum Bau einer Rohwaschkohlenstapel- und Vergleichmäßigungsanlage (RSV-Anlage).


Die von den Dorstenern liebevoll „Westfalenhalle“ genannte Rundhalle hat einen Durchmesser von 95 Metern und bot Platz für bis zu 30.000 Tonnen Rohkohle. Ein großer Vorteil war, dass sich mit ihr Schwankungen in der Kohlezusammensetzung ausgleichen und Betriebsstörungen in Förderung oder Aufbereitung überbrücken ließen.


In der RSV-Anlage wurde die Kohle nach einem festgelegten Schema technisch gleichmäßig eingelagert. Bei der Entnahme entstand so ein homogenes, den Kundenwünschen entsprechendes Kohleprodukt.


Die Halle wurde im Bundeswettbewerb „Industrie, Handel und Handwerk im Städtebau“ 1987 mit einer Silbermedaille ausgezeichnet – für ihre Umweltverträglichkeit und die architektonisch gelungene Bauweise.


Nach der Stilllegung der Zeche Fürst-Leopold/Wulfen im Jahr 2007 wurde die Halle von der Recyclingpark Fürst-Leopold GmbH weiter genutzt. 2012 wurde sie Eigentum der Maxxtech AG aus Sinsheim, bevor die Dorstener Firma Humbert das Bauwerk 2014 erwarb. Seit 2015 dient die Rundhalle als Umschlagplatz für Abfälle und andere Materialien.


Halle und Kohlewäsche 1983  •  Rohwaschkohlenstapel- und Vergleichmäßigungsanlage  •  Rundhalle und Umfeld 2025