StandPUNKT! 7: Bergwerk Fürst Leopold

Fördergerüst Schacht 2

StandPUNKT! 7

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Das 38 Meter hohe Fördergерüst über Schacht 2 ist ein Strebengerüst der Bauart Promnitz. Es wurde 1912 in Betrieb genommen und gilt als eindrucksvolles Zeugnis für die Entwicklung der Seilstützkonstruktionen im Bergbau.


Am Gerüstkopf befanden sich ursprünglich eine Haube sowie ein Kran zum Wechsel der Seilscheiben. Die heutige Farbgebung entspricht dem historischen Anstrich. Zusammen mit den erhaltenen Fördermaschinen aus den Jahren 1912 und 1915 stellt die Anlage ein seltenes, vollständig bewahrtes Beispiel der Fördertechnik jener Zeit dar.


Die Teufarbeiten für Schacht 2 begannen im März 1911. Der Schacht erreichte eine Tiefe von 870 Metern und war in einen östlichen und einen westlichen Schachtteil (Trum) unterteilt. In jedem Trum führte ein 70 mm starkes Seil über zwei Seilscheiben und das Treibrad der zugehörigen Dampfmaschine. Daran hingen die vieretagigen Förderkorbe, die an den Seilenden befestigt waren.


Mit den ursprünglichen Förderkorben (Breite 870 mm) ließen sich jedoch moderne, größere Maschinenteile nicht transportieren. Daher wurde 1990 die östliche Förderung auf Einkorbbetrieb mit einem breiteren Fahrkorb (1128 mm) und Gegengewicht umgerüstet. Die Schachtförderung arbeitete nach dem Koepeprinzip: Dabei läuft das Tragseil über eine große Treibscheibe (Koepescheibe) und die im Gerüst montierten Umlenkrollen zu den beiden Förderkorben.


Angetrieben wurde das System von einer der mächtigen Zwillings-Tandem-Dampffördermaschinen in der Maschinenhalle gegenüber.


Im Jahr 2001 wurde über Schacht 2 und diesem Fördergерüst die letzte Kohle des Bergwerks Fürst Leopold gefördert.


Fördergерüst im Februar 1914  •  Fördergерüste und Schächte (Schnittzeichnung)  •  Funktionsmodell  •  Fördergерüst Laserstrahlen