StandPUNKT! 12: Der hochmittelalterliche Bauernhof Slommels/Slumesvelt

StandPUNKT! 12

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Zahlreiche Feuersteinwerkzeuge belegen die Nutzung des Raumes am Nonnenkamp bereits für die Steinzeit. Nachweislich besiedelt und landwirtschaftlich genutzt wurde der Bereich bereits in der Eisenzeit. Aus dieser Zeit stammen zahlreiche Keramikscherben, aber auf der Grabung wurden auch Speicherbauten, sogenannte Vierpfostenspeicher, nachgewiesen.


Ausgrabungen der LWL-Archäologie für Westfalen in den Jahren 2014 und 2017 ergaben, dass sich hier im 12./13. Jahrhundert die Hofstelle Slommels/Slumesvelt befand. Der um 1150 gegründete Hof wurde nach der Stadtgründung Dorstens im Jahr 1251 aufgegeben, als viele Bauern in die Stadt zogen, um dort als freie Bürger zu leben und neue wirtschaftliche Möglichkeiten wahrzunehmen.


Auf dem Hof wurden Getreide wie Weizen, Gerste und Roggen angebaut sowie Obst geerntet. Auch Nutztiere wie Rinder, Schweine und Pferde wurden gehalten. Handwerkliche Tätigkeiten wie Schmieden und die Verarbeitung von Lebensmitteln gehörten zum Alltag.


Ein Münzschatz weist auf Handelsstätigkeit und einen gewissen Wohlstand hin und zeigt, dass die Hofbewohner in wirtschaftliche Netzwerke eingebunden waren.


Neben der mittelalterlichen Hofstelle wurden auch Spuren einer eisenzeitlichen Siedlung sowie Relikte aus späteren Zeiten entdeckt. Keramikfunde und Siedlungsspuren belegen eine deutlich frühere Nutzung des Gebietes. Zudem wurden verfüllte Bombentrichter aus dem Zweiten Weltkrieg nachgewiesen, die von den unmittelbaren Kriegseinwirkungen auf diesen Raum zeugen.


Kugelтöpfe aus der Gerbergrube (LWL – Brentführer)  •  Rekonstruktion des Hofes zu Beginn des 13. Jahrhunderts (LWL-Archäologie/R. Bergmann)  •  4-Pfennig-Stück des Fürstbistums Münster (LWL – Kötz)

Daten & Fakten

Adresse: Nonnenkamp, Dorsten