Besuch aus New York

Suche nach verstorbenem Vater (sowjetischer Kriegsgefangener) erfolgreich (von Josef Ulfkotte - 01.09.2026)


Liebe Vereinsmitglieder, Freunde und Förderer des Vereins für Orts- und Heimatkunde,

Menschen aus aller Welt zieht die US-amerikanische Metropole New York nahezu magisch an – umgekehrt machen sich auch Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt auf den Weg in alle Welt – und in diesem Fall auch nach Dorsten. Das hatte einen besonderen Grund:

Olga Karpunina, die in der ukrainischen Stadt Odessa geboren wurde und seit vielen Jahren mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in NY lebt, wandte sich vor etwa einem Jahr an das Stadtarchiv Dorsten mit der Frage, ob dort etwas über das Schicksal von Viktor Karpunin bekannt sei, der im 2. Weltkrieg als sowjetischer Kriegsgefangener verstorben ist. Ihr Großvater habe sein Leben lang vergeblich nach dem Grab seines Bruders gesucht.

Stadtarchivar Martin Köcher wollte nicht ausschließen, daß Viktor Karpunin seine letzte Ruhestätte auf dem „Russenfriedhof“ in Holsterhausen gefunden hat und setzte sich deshalb mit Dr. Marius Seydel vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Verbindung, der die Namen der größtenteils unbekannten sowjetischen Kriegsgefangenen erforschte, die im Raum Dorsten verstorben waren und auf dem „Russenfriedhof“ bestattet wurden. Dr. Seydel erbrachte den zweifelsfreien Nachweis, dass Viktor Karpunin in einem Massengrab auf dem „Russenfriedhof“ beerdigt wurde.

Für Olga Karpunina war das der Anlass, Anfang August mit ihrer Familie nach Dorsten zu kommen, um ihrem Großonkel Viktor Karpunin die letzte Ehre zu erweisen – annähernd 83 Jahre nach dessen Tod am 14. Dezember 1943!

Auf Einladung des Vereins für Orts- und Heimatkunde besuchten Dr. Marius Seydel, Martin Köcher, Jochen Schräjahr, Friedhelm und Svitlana Fragemann sowie Josef Ulfkotte gemeinsam mit Olga Karpunina und ihrer Familie den Friedhof der sowjetischen Kriegsgefangenen in Holsterhausen. Dr. Seydel: „Wir spürten alle, welche Bedeutung dieser Besuch für Frau Karpunina und ihre Familie hatte und wie die Arbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge genau die Früchte trägt, für die sie im tiefsten Kern gedacht ist.“

Seine Forschungsergebnisse zum „Russenfriedhof“ hat Dr. Seydel im Jahrbuch 2026 des Heimatbundes Herrlichkeit Lembeck und Stadt Dorsten S. 159 – 165 veröffentlicht.

Josef Ulfkotte

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