
der Bocholter Historiker Dr. Marius Lange stellt am Montag, 27. April 2026, um 19.00 Uhr im Alten Rathaus, Markt 1, die Ergebnisse seiner Doktorarbeit über die Österreichische Legion im Münsterland vor.
Anfang 1935 entstanden in Dorsten, Bocholt und Velen Unterkünfte für aus Österreich geflüchtete Nationalsozialisten. Im Exil bereiteten sie sich auf eine bewaffnete Eroberung ihrer Heimat vor. Bis zu 750 dieser „Full-time-Nazis“ lebten über drei Jahre lang am Dorstener Hammer Weg im Lager an der Schleuse.
Schon früh machten die Legionäre im Münsterland aus ihrer kirchenfeindlichen und gewaltbereiten Haltung keinen Hehl. Sie schändeten kirchliche Symbole und schreckten auch vor Angriffen auf jüdische Synagogenbesucher sowie auf Katholikinnen und Katholiken nicht zurück. Selbst ein NSDAP-Kreisleiter bezeichnete Teile der Legion später als „Terrorgruppe“.
Nicht einmal Interventionen der NSDAP-Reichsleitung und des Reichsinnenministers konnten die Legionäre dauerhaft in ihre Schranken weisen. Die zahlreichen gewaltsamen Ausschreitungen belasteten das Verhältnis zwischen der kirchentreu gebliebenen Bevölkerungsmehrheit und dem NS-Regime erheblich. In den Augen vieler Menschen erschien die Reichsregierung damals nicht mehr als Staat, der Sicherheit und Ordnung gewährleisten konnte.
Dr. Marius Lange zeigt in seinem Vortrag, wie stark sich das Leben der einheimischen Bevölkerung durch die Stationierung dieser Nationalsozialisten veränderte. Zugleich erläutert er, welche Rückschlüsse sich aus dem Verhalten der NS-Führung auf die Funktionsweise der nationalsozialistischen Diktatur ziehen lassen.
Im Anschluss besteht Gelegenheit zu Fragen und zur Diskussion.
Der Verein für Orts- und Heimatkunde lädt zu diesem offenen Gesprächsabend herzlich ein. Die Teilnahme ist kostenfrei.
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