Ehemalige Orgelbauwerkstatt Breil soll zum Baudenkmal werden

Unternehmensgeschichte begann 1836 (von - 20.04.2026)


Dorsten. Verborgen und fast vollständig erhalten: Ein außergewöhnliches altes Werkstatt-Ensemble am Rande der Innenstadt von Dorsten soll unter Schutz gestellt werden.

Wer auf dem Nordgraben gestern entlang ging oder mit dem Auto vorbei fuhr, dem ist an dieser Stelle eher das Backsteingebäude ins Auge gefallen: zwei Geschosse, rot-braune Ziegel, das Tor zum Innenhof immer verschlossen. Bis auf ein altes Firmenschild deutet nichts darauf hin, dass sich dahinter ein außergewöhnlicher Teil der Dorstener Stadtgeschichte verbirgt.

Noch heute besitzt die ehemalige Orgelbauwerkstatt Breil an der Alleestraße 8, auf einem „Filetgrundstück“ in der Altstadt von Dorsten gelegen, ein Ensemble aus Werkstattgebäuden, Lagerflächen und technischen Einrichtungen.

Nun hat ein Gutachten des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) die Werkstatt als Denkmal eingestuft. Die Stadt Dorsten prüft derzeit, ob das Ensemble in die Denkmalliste eingetragen und damit unter Schutz gestellt werden soll.

Denn hinter der zurückhaltenden Straßenfassade öffnet sich ein weitläufiges Ensemble, das über Jahrzehnte gewachsen und heute fast vollständig erhalten ist. Das von der Alleestraße aus zu sehende Wohn- und Verwaltungsgebäude bildet dabei nur den „Vordergrund“. Dahinter reihen sich Werkstätten, Hallen, Lagergebäude und technische Nebenbauten aneinander.

Unternehmensgeschichte begann 1836

Die Geschichte des Unternehmens reicht bis in das Jahr 1836 zurück. Über fünf Generationen hinweg entwickelte sich die Firma zu einem bedeutenden Orgelbaubetrieb im westlichen Münsterland.

Gegründet wurde das Unternehmen von Anton Breil. Später arbeiteten auch seine Söhne und Enkel im Betrieb. Die Werkstatt belieferte vor allem Kirchen in Ruhrgebiet und Münsterland mit Orgeln und Reparaturen.

Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein wurden hier Orgelteile gefertigt, montiert und restauriert. Noch immer befinden sich viele originale Werkbänke, Maschinen und Werkzeuge in den Gebäuden.

Viele originale Details erhalten

Die Vielzahl der erhaltenen Details ist aus Sicht der Denkmalpfleger besonders bemerkenswert. Erhalten geblieben sind unter anderem die große Montagehalle, die Metall- und Holzwerkstätten, Lagerräume, ehemalige Büros und technische Einrichtungen.

In der Montagehalle wurden die Orgelteile zusammengesetzt. In der Metallwerkstatt entstanden Pfeifen und Fassungen, in der Schreinerei die hölzernen Bestandteile. Selbst kleinere Details wie alte Beschriftungen, Werkbänke oder Materiallager sind noch vorhanden.

Auch die enge Verbindung von Wohnen und Arbeiten, wie sie früher für Handwerksbetriebe typisch war, lässt sich hier noch gut nachvollziehen. Wohnhaus und Werkstatt bilden eine funktionale Einheit.

Politik entscheidet über Eintragung

Über die Eintragung in die Denkmalliste muss nun die Politik entscheiden. Zunächst beschäftigt sich der Ausschuss für Planung, Bauen und Verkehr mit dem Thema, anschließend der Rat der Stadt Dorsten.

Wird die ehemalige Orgelbauwerkstatt Breil tatsächlich als Baudenkmal eingetragen, bliebe damit ein außergewöhnliches Zeugnis der Dorstener Wirtschafts- und Handwerksgeschichte dauerhaft erhalten.

...

presse.php