Dorstener Geschichte - Station 14: Zeche Baldur

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GS 14

Die Zeche Baldur war ein Steinkohlen-Bergwerk in Dorsten im Ortsteil Holsterhausen nördlich der Lippe.

Sie hat Urgroß­eltern, Großeltern mancher Holster­hausener Familien an die Lippe geführt. In der Weltwirtschaftskrise wurde die Zeche stillgelegt.


Der Kohleabbau ging aber nach Verbindung mit der Nachbarzeche Fürst Leopold weiter.

Carl Zeiss baut das erste Stereo-Mikroskop. 1897 Die Gewerkschaft Trier beginnt in Holsterhausen mit Bohrungen für die Anlage Baldur.
Der Norweger Roald Amundsen erreicht knapp vor dem Engländer Robert Scott den Südpol. Scott kommt auf dem Rückweg um. 1906 Im Februar erfolgt der erste Spatenstich für die Baldurschächte 1 und 2. Seine vorläufige Endteufe (722 m) erreicht Schacht 1 im Jahre 1910. Wegen starker Fließ­sandschichten werden die Abteufarbeiten von Schacht 2 bei 602 m eingestellt.



Gefrieranlagen zum Abteufen (1909)
1911 Im ersten Jahr der Kohleförderung werden 4993 t Kohle zu Tage gebracht.
Henry Ford führt in der Automobil­produktion das Fließband ein.

Arbeitersiedlung
1913 Die Zeche errichtet in Holsterhausen für ihre Bergleute eine Siedlung mit 60 Häusern. Die Schachtanlage Fürst Leopold in Hervest-Dorsten nimmt die Kohleförderung auf.

Der Vertrag von Versailles wird unterzeichnet. 1919 Die Grubenfelder „Trier I – V" und „Holsterhausen" werden zum Grubenfeld „Baldur" zusammengelegt, das eine Gesamtgröße von 9,6 km² hat.


Im Vordergrund Wasserturm und Ziegelei (1923)
1924 Im Grubenbetrieb kommen in den folgenden Jahren verstärkt Maschinen zum Einsatz.
Gustav Stresemann und Aristide Briand erhalten den Friedens­nobelpreis.

Kohlenwäsche
1926 Eine Kohlenwäsche erhöht die Rentabilität und verbessert die Qualität des „schwarzen Goldes”.
Japan besetzt die Mandschurei. 1930 - 1931 Aus wirtschaftlichen Gründen wird die Zeche Baldur still­gelegt und mit dem Bergwerk Fürst Leopold verbunden.


Getreidesilo der Fa. Wilhelm Nagel GmbH & Co KG
1935 Die Firma Wilhelm Nagel (heute: Wilhelm Nagel GmbH & Co KG) nutzt die ehemalige Kohlen­wäsche als Getreidesilo.
seit 1950 In den folgenden Jahren erweitert sich die Firma Nagel auf einem Teil des früheren Zechengeländes.
1954 Schacht Baldur II wird verfüllt.
In München finden die 20. Olympischen Spiele statt. 1972 Die Ruhrkohle veranlasst den Abbruch der früheren Ziegelei.
1991 Schacht Baldur 1 - mit 1328,4 m unter Normal Null der tiefste Schacht des Bergwerks Fürst Leopold/Wulfen – erfährt eine Nutzung als Lüftungsschacht.
2002 Nach der Aufgabe des Förderstandortes Fürst Leopold wird auch Schacht Baldur 1 verfüllt.
Daten & Fakten

Eröffnung:
27. April 2003

Adresse:
Baldurstr. Fa. Nagel, Holsterhausen

Geodaten:
51°40'18.74 ,6°56'58.47

Feierliche Übergabe am 27. April 2003

Der Bürgermeister

Der Dank des Bürgermeisters gilt vielen, Lehrern und Schüler/innen der Geschichts-AG, Franz-Josef Stevens (VHS) und Annegret Tüshaus (Werbe service), dem LC Dorsten-Hanse, heute besonders der Familie Nagel als die Sponsoren der neuen Station.

Franz Josef Stevens

H.-Jochen Schräjahr, Hermann-Josef und Lambert Lütkenhorst (Bgm.) erkennen unter den abgebilde­ten Belegschafts­mitgliedern einige ihrer Vorfahren.

Luftaufnahme um 1926/27: Blick auf das Zechengelände zwischen der Eisenbahnlinie Wesel/ Schermbeck – Hervest-Dorsten (diagonal von links nach rechts) und Baldurstraße. (Stadtarchiv)

Neben Baldurstraße und Knappenweg in Holsterhausen erinnert auch das weithin sichtbare, wenn auch verblasste „BALDUR“ an die Zeche zwischen Lippe und Hammbach.

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